„Mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung“

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Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung setzt Mitmach Aktion fort.

Hückelhoven

„Eine barrierefreie Wohnung, die auch bezahlbar ist“. Dieser Wunsch findet sich auf vielen Wunschzetteln, welche die EUTB® für den Kreis Heinsberg im Rahmen ihrer Wunschzettel Mitmach Aktion gesammelt hat. Darüber hinaus sind die Wünsche vielfältig: „Mehr Hilfen im Alltag bei Covid“ und „Die Bitte nach mehr Informationen und Formularen in einfacher Sprache“.

Vom dritten Dezember an, konnten Besucher des medizinischen Zentrums auf der Jülicher Straße 13 in Hückelhoven, Wünsche auf eigens entworfenen Wunschzetteln schreiben und in die aufgestellte Wunschbox werfen. In den Rubriken "Ich fühle mich behindert, weil…" und "Ich wünsche mir …" konnten konkrete Hindernisse und Wünsche angekreuzt und beschrieben werden. Diese Aktion wurde am 06. Januar beendet und die Berater*innen der EUTB® haben nun die etwa fünfzig Wunschzettel ausgewertet, um sie an die entsprechenden Stellen weiterzuleiten. „Nicht für jeden Wunsch ist ein Verantwortlicher zu finden. Der Wunsch nach mehr Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit, kann zum Beispiel nur von uns allen erfüllt werden.“ sind sich die Berater*innen sicher.

Als ein weiteres Beispiel für alltägliche Barrieren sind die drei Stufen am Eingang der Targo Bank Filiale in Hückelhoven auf einem Wunschzettel genannt. Wie bei vielen anderen Altbauten gibt es dort keine Rampe. Auch gibt es keine Klingel, mit der sich die Kunden bemerkbar machen könnten. Für einen Menschen mit Gehbehinderung ein unüberwindbares Hindernis. Einem Menschen ohne Beeinträchtigung würde es wahrscheinlich in den allermeisten Fällen noch nicht mal auffallen. Auch hier möchte die Beratungsstelle ein Bewusstsein schaffen, Sichtbarkeit herstellen und den Wunsch weiterleiten.

Die Mitarbeiter*innen der Beratungsstelle möchten durch diese Aktion die Mitmenschen für die Belange von Menschen mit Behinderung sensibilisieren und auf Barrieren aufmerksam machen. Gerade in der aktuellen Situation sind Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, chronischen oder psychischen Erkrankungen stärker und in besonderem Ausmaß von der Pandemie und ihren Auswirkungen betroffen. Die EUTB® möchte Sprachrohr für diese Personengruppe sein, für deren Belange sensibilisieren, sowie mithelfen Barrieren und Berührungsängste abzubauen und die gesellschaftliche Teilhabe zu verbessern. “Die Menschen mit Handicap sollen als Experten in eigener Sache zu Wort kommen und gehört werden“, so die Berater*innen

Die Berater*innen der EUTB führten diese Aktion bereits zum zweiten Mal durch. Dieses Jahr hatten die Berater*innen sich noch etwas Besonderes ausgedacht. Grundschulkinder der Sonnenschein Schule in Heinsberg hatten sich im Unterricht viele Gedanken über das Weihnachtsfest in verschiedenen Kulturen und Ländern gemacht und die Gedanken anschließend unter dem Oberbegriff „Weihnachten in Vielfalt“ auf Papier gebracht. Herausgekommen waren viele schöne bunte Bilder, die während der Mitmach-Aktion im Foyer der Beratungsstelle ausgestellt wurden und den Besuchern der verschiedenen medizinischen, therapeutischen und beratenden Einrichtungen des medizinischen Zentrums damit die Wartezeit verkürzt haben.

Auch im nächsten Jahr soll diese Aktion am dritten Dezember, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, fortgeführt werden..

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